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Vom kleinen Glück

Nun kann ich mich kaum noch daran erinnern wann ich mal nicht den intensiven und anhaltenden Wunsch nach Familie (und damit eigenen Kindern) hatte.

Dieses Thema beschäftigt mich und belastet eigentlich jede Beziehung, die ich je eingegangen bin von Anfang an. Der Alchemist jedenfalls wusste dies auch von Beginn an, da ich ihm ganz klar sagte, dass ich mir das einfach nicht mehr „leisten kann“ noch weitere Jahre mit einem Partner zu „verschwenden“ der eigentlich gar keine Kinder will.

Sehr belastend ist dabei der Druck, der unweigerlich entsteht.  So sehr, dass er sich vor ein paar Monaten sehr deutlich geäußert hat.

Ich neige ja dazu alles tot zu denken, aber … Nun wir haben trotz unserer festen Jobs und so weiter nun nicht das supergroßehalt im Rücken und die finanzielle Belastung wird mit Kind nicht weniger.

Wichtiger aber ist, dass ich eine gute Beziehung nicht damit zerrütten kann, in dem Punkt so einen Druck auszuüben. Ich will, dass meine Kinder eine gesunde Familie haben, dass es sich um unsere Familie um eine solche mit beiden Elternteilen handelt. Meinerseits sind wir eh schon nicht so gut mit Großeltern bestückt, und ich selbst kenne dieses „Heileweltfamilienbild“ ja auch nur aus dem Fernsehen. Umso wichtiger erscheint es mir, es meinen Kindern bieten zu können.

Aber . Aber.  Nun, so schnell geht es nun mal nicht, eine gesunde familiäre Grundlage zu schaffen, irgendwie muss man sich in einer Beziehung erstmal zu zweit ( in unserem Fall zu fünft wegen der hunde) arrangieren, finden, einrichten usw.  Der Haushalt muss geregelt werden die Haushaltskasse durchkalkuliert, und bei müssen sich wohl fühlen, sowohl ihr eigenes Leben zu führen als auch gemeinsam zu LEBEN . Nicht nur nebeneinander her zu wohnen und sich wegen jeder Kleinigkeit anzuzicken. So sehe ich das jedenfalls.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will ist, dass wir in den letzten paar Wochen und speziell am vergangenen Wochenende sehr mit unseren Hobbys zu gange waren. Einerseits weil der Mann eine Deadline hat, die ich somit in Sachen Schneidern auch habe, weil er sich gewünscht hat, dass ich ihm etwas nähe. Das war für mich Anlass genug, mich endlich damit  zu beschäftigen. Andererseits kommt der Mann gerade in den Bastelwahn. Und obwohl wir dieses Wochenende sehr viel unterwegs waren und ob des kranken Tieres auch zusätzlich gestresst waren, da wir mehrfach beim Tierarzt vorstellig geworden sind, habe ich persönlich dieses Wochenende seit langem mal wieder eine tiefe Grundzufriedenheit und sehr viel Dankbarkeit gespürt. Ich war sehr glücklich, denn es waren sehr schöne gemeinsame Stunden und beide Hobbys ergänzen sich momentan perfekt miteinander. Trotzdem hat jeder von uns so seinen Freiraum, da ich das Hobby des Mannes nun einmal nicht teile und er dann eben allein weg fährt. So bin ich dann „nur“ mit den Hunden und kann die Zeit dann auch für mich völlig frei gestalten. Meist nutze ich diese um auch meine Freunde zu sehen, nicht dass ich das sonst nicht könnte, aber durch den Alltag und die lange Arbeitszeit versuche ich die Wochenenden eben mit dem Mann zu gestalten. Wenn der dann ohnehin allein unterwegs ist, fällt es mir leichter mich mit anderen zu treffen, da ich nicht gezwungen bin, meine Aufmerksamkeit zu teilen. Wenn der Mann zu hause sitzt habe ich doch immer das Gefühl erwartet zu werden. Das ist nicht halb so entspannend. Und das obwohl sich dieser Druck allein in meinem Gehirn aufbaut.

Nunja. So langsam ( und das ist schon ansich bemerkenswert, denn wir wohnen immerhin seit einem Jahr zusammen) fühle ich mich in der Wohnung angekommen. In meiner letzten Beziehung war das bis zum Schluß nie der Fall, ich fühlte mich immer „geduldet“ obwohl ich heute noch nicht sagen kann, was mich genau gestört hat, es waren einfach zu viele kleine Nervfaktoren.

Jedenfalls ist unsere jetzige Wohnstatt sehr angenehm. Es handelt sich um ein Haus neueren Baujahres, sie hat einen Balkon, ein riesen Bad mit Fenster, Badewanne und Dusche, und eine riesige Küche, was ein Glück ist, da wir so genug Platz gefunden hatten um eine Bastelecke und eine Nähecke einzurichten. Dieses haben wir am Wochenende getan und sie danach sehr ausgiebig genutzt. Und es war toll. Ich war so richtig wirklich und echt glücklich. Die vergangenen drei Tage haben bei mir, trotz einiger auch sehr anstrengender und nervenaufreibender Komponenten bestägigt, was ich mir seit dem Umzug erhofft habe. Nämlich die echte innere Erkenntnis, dass der gewählte Weg zu hundert Prozent der richtige war. Der Mann macht mich glücklich, so einfach ist das.

Und erstmals konnte ich mir vorstellen, dass eine Kinderlosigkeit, egal ob selbst gewählt oder durch Körperliche Beeinträchtigung hervorgebracht, kein Grund sein muss um unglücklich zu bleiben. Im Gegenteil habe ich zuletzt auch die vielen Möglichkeiten gesehen. So lange wir zu zweit sind, kann ich meinem Hobby nachgehen, kann ich mir auch spontan mal was leisten, egal ob Zeit oder materiell. Diesen Luxus, wirklich mal drei Tage am Stück für uns unterwegs zu sein, die hunde einfach im Auto mit dabei, ein Parkhaus gewählt, falls die Tiere nicht mit ins Geschäft dürfen und nur von den nötigen Gassirunden unterbrochen zu werden, das war und ist purer Luxus für mich gewesen.

Natürlich sind unsere (finaziellorganisatorischen) Sorgen dadurch nicht verschwunden. Ich habe es mir auch nicht plötzlich anders überlegt. Aber ich habe gesehen, wie groß dieses „kleine bisschen Glück“ sein kann, wenn ich das einfach mal annehme und nicht hinterfrage und bewerte.

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